(lat. sectio aurea)

steht für ein bestimmtes Verhältnis zweier Zahlen oder Größen.

Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren.
Genau genommen bezeichnet der Goldene Schnitt ein Verhältnis zweier Zahlen von 1:1,618. (Quelle Wikipedia)

In der Fotografie geht es primär um die Bildkomposition,
oder, wie könnte man dies schöner beschreiben, um die "Göttliche Teilung" (lat. proportio divina).

 


Die ideale Proportion als Inbegriff von Ästhetik und Harmonie. Man findet sie überall, in der Architektur, Kunst, Musik, in der Natur. In unseren Fotos sollte sie ebenfalls Beachtung finden! Eine generelle These für Proportionen, die im Besonderen ansprechend und harmonisch empfunden werden, liefert keinen begründeten Anhaltspunkt.

Der Goldene Schnitt ist und bleibt eine Option, die das Bild vorteilhaft gestalten soll. Die Praxis jedoch lehrt Toleranz!

Obwohl die nachfolgenden Hinweise in der Bildaussage von Bedeutung sind, möchte ich sie an dieser Stelle nur oberflächlich behandeln.
Um klassische Fehler zu vermeiden, einige Tipps:

Die Wahl des Motivs

Unser Objekt der Begierde sollte einen Schwerpunkt haben. Alles Überflüssige sollte man so weit wie möglich ausschließen. Deshalb ran an das Motiv!
Je nach Gestalt und Art des Bildgegenstandes wird man sich für ein Quer- oder Hochformat entscheiden.


In diesem Foto wurde der Baum nahezu mittig platziert.
Durch die Steilküste, die sich diagonal durch die Aufnahme zieht, wirkt für mich die Aufnahme dennoch ausgewogen.
Alternativ habe ich das Foto nahe dem "Goldenen Schnitt" beschnitten.

(Mauszeiger über das Bild bewegen)

 

Die Meuschenmühle bei Welzheim.
Der Schwerpunkt der Motivwahl deutet auf das zentrierte Fachwerkhaus hin.
Vorteilhafter wäre die Verwendung einer längeren Brennweite mit einem Teleobjektiv,
den Aufnahmestandort näher ans Motiv zu verlegen
oder das Foto in der späteren Bildbearbeitung passend zuzuschneiden.
(Mauszeiger über das Bild bewegen)



Vorsicht vor störenden Bildelementen

wie Hochspannungsmasten und -leitungen bei Landschaftsaufnahmen, Abfälle im Gras, eine unbekannte Person oder beim Portrait, dass nicht ein Ast aus dem Kopf zu wachsen scheint.
(Saskia möge mir die unglückliche Aufnahme verzeihen)

Um dies zu vermeiden, wählen wir einen günstigen Aufnahmestandort. Unser Fotomotiv sollte nicht stets im Mittelpunkt zentriert sein, da dies eher eine statische und symmetrische Komposition bewirkt.
Um eine interessante Perspektive zu erhalten, bewusst einen Schritt seitwärts machen oder abknien und bei jedem Positionswechsel immer den anschließenden Blick durch den Sucher der Kamera.
Bei einem Vario-Zoom-Objektiv kann zudem der passende Bildausschnitt eingestellt werden.

 

 Eine "Zwei-Drittel-Regel" können wir als Faustregel in vielen Fällen sehr wirkungsvoll anwenden.

Man teilt die vom Sucher erfasste Bildfläche gedanklich
in drei waagerecht und in drei senkrecht verlaufende Streifen,
wie wir es in unserer Abbildung sehen.
Die vier Linien, die das Rechteck unterteilen,
insbesondere ihre vier Schnittpunkte A, B, C und D,
zeigen die Grundpositionen an,
in die unser Motiv ins Bild gebracht werden sollte,
damit die Komposition gefällige Proportionen erhält.


Ein leichtes Verschieben des Objekts gegen den Mittelpunkt des Bildes wird vorteilhaft. Die Komposition kommt somit dem klassischen Prinzip des Goldenen Schnittes näher.

 

Dieses Verfahren sollte auch für die Lage des Horizontes beachtet werden. Er darf nicht quer durch die Bildmitte führen, sonst ergibt sich der unschöne Eindruck einer Teilung des Bildes in zwei gleiche Hälften.

 

Die Bilderreihe unten berücksichtigt die Schnittpunkte (A,B,C,D), die alternativen Grundpositionen.

 


Lineare Strukturen

Es ist wichtig, dominante lineare Strukturen im Bild zu verteilen. Um der Perspektive eine gewisse Tiefe zu verleihen, sind von einem geeigneten Standpunkt aus Linien, auch Schatten-Linien, bestens geeignet.

   

 

Dominante senkrechte Linien tragen zur Komposition eines kraftvollen Bildes bei.

 

 

 

 

 

Überwiegend horizontale Linien hinterlassen mehr den Eindruck von Ruhe und Ausgeglichenheit.

 

 

 

 

 

Wobei diagonale Linien dem Bild eine gewisse Dynamik geben.

 

 

 

 

 

Krumme Linien können dem Bild, je nach ihrer Lage und Struktur, Rhythmus, Harmonie oder Tiefe verleihen oder unauffällig den Blick auf einen bestimmten Bereich des Bildes lenken.

 

 

 


Sollte die Aufnahmesituation es nicht zulassen, sich auf die Zwei-Drittel-Regel zu konzentrieren, können wir in der späteren Bildbearbeitung das Foto nicht nur perspektivisch und horizontal ausrichten, sondern auch passgerecht zuschneiden.

Viele Kameras, vorwiegend Kompaktkameras, sind unter der Menüeinstellung mit einem Gitternetz, einem elektronischen Raster im Sucherfeld ausgestattet. Für Spiegelreflexkameras wird als optionales Zubehör eine Schnittbildmattscheibe mit Gitternetz für den Goldenen Schnitt angeboten.

Die Verwendung dieser Hilfsmittel hat ihre Vorteile! Bei den nachfolgenden Beispielen bitte ich den Mauszeiger über die einzelnen Fotos zu ziehen!

Kritikpunkte sind selbsterklärend, sobald wir das Raster erkennen!

Es ist meine persönliche Wahrnehmung, wenn ich behaupte, die Zwei-Drittel-Regelung oder Göttliche Teilung sollte generell in der Fotografie einen sekundären Charakter haben. Wenn die Damenwelt einen maskulinen Adoniskörper bevorzugt, neige ich dazu, einem wohlproportionierten kurvenreichen Frauenkörper ein Augenzwinkern zu schenken. Je nach Betrachter kann eine Bierdose durchaus hinsichtlich ihrer Figur äußerst erotisch wirken. Es bleibt reiner Instinkt und Geschmackssache! Wir sind uns sicherlich einig: Das Gefühl der Eintracht muss stimmen! Euch allen "Gut Licht" und immer ein visuelles Gitter im Auge!

Wer jetzt den "Goldenen Schnitt" immer noch nicht gefunden hat, sollte den "Goldenen Mittelweg" suchen!

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